Was bei einem Anruf passiert
Die erzählende Person wählt eine deutsche Festnetznummer. Nach drei oder vier Klingelzeichen meldet sich Konrad oder Ida — je nachdem, wer gerade verfügbar ist. Ein kurzer Gruß, dann ein offener Einstieg: „Wo möchten Sie heute anfangen?“
Die Stimmen sind ruhig, das Tempo gelassen. Es wird nichts erzwungen, nichts ausgefragt, nichts protokolliert in einer Weise, die sich für die erzählende Person nach Verhör anfühlt. Wer mag, redet zwei Stunden. Wer nur einen Satz loswerden will, legt nach einer Minute auf.
Wie aus Gesprächen ein Buch wird
Nach jedem Anruf wird das Gesagte transkribiert und in die wachsende Manuskript-Struktur einsortiert. Nach rund acht Wochen liegt ein Rohmanuskript vor, das ein menschlicher Lektor durchsieht: Lesefluss, Stimmigkeit, Faktenchecks bei historischen Daten, behutsame Korrektur ohne den Tonfall zu glätten.
Im Anschluss wird gesetzt — in einer ruhigen, klassischen Buchtypografie, mit Fotos, die die Familie nachreicht. Druck und Bindung erfolgen in Deutschland. Das fertige Buch trifft nach rund zwölf Wochen ab erstem Anruf ein.
Was Konrad und Ida sind
Konrad und Ida sind keine echten Menschen, sondern sorgfältig entwickelte Sprachsysteme. Sie wurden trainiert, biografische Gespräche zu führen — zuzuhören, nachzufragen, einzuordnen. Sie sind explizit keine Therapeuten, keine Seelsorger und treffen keine Aussagen über Lebensentscheidungen.
Vor dem Druck prüft ein Mensch. Vor dem Versand auch.
Was Vitanara nicht ist
Vitanara ist nicht für Krisenintervention. Wer Suizidgedanken hat oder akut Hilfe braucht, ist bei der Telefonseelsorge (0800 1110111) richtig — rund um die Uhr, kostenfrei, mit echten Menschen.
Vitanara ist auch nicht für investigative oder rechtliche Zwecke gedacht. Aufnahmen entstehen unter dem ausdrücklichen Verständnis, dass es um Erinnerungen geht, nicht um Beweisführung.